Der längsten Eisenbahntunnel der Welt | Gotthard-Basistunnel

Gotthardtunnel I Locationshooting: Zwei Röhren, 57 Kilometer durch die Alpen, 28,2 Millionen Kubikmeter Gestein. 2400 Arbeiter, 17 Jahre Bauzeit – und ich mittendrin.

Eine Reportage, die mich bis zu 2300 Meter unter die Oberfläche des Massivs führte.

Für das Magazin Wissen besuchte ich das Jahrhundertbauwerk bei Erstfeld in der Schweiz. Die Bahnstrecke verbindet Nord- und Südeuropa. Sie verbindet die Industriezentren Belgiens, Deutschlands, Italiens, der Niederlande und der Schweiz. Europa wächst zusammen. Fachkräfte aus aller Welt waren am Bau beteiligt. Den weitesten Weg in die Alpen mussten die Minenarbeiter aus Südafrika zurücklegen. Sie bohrten bei Sedrun, im mittleren Teil des Tunnelsystems, zwei 800 Meter tiefe Schächte.

In Zentimeter genaue Maßarbeit leisteten die Tunnelbohrmaschinen mit einer Länge von gut 400 Metern und 2.500 Tonnen Gewicht den eigentlichen Vortrieb. Mit ihrem Bohrkopf von der eineinhalbfachen Breite eines Fußballtores fräsen sich diese Giganten bis zu 40 Meter pro Tag durch den Fels – und hinterlassen an ihrem Ende eine bereits fertig mit Beton ausgegossenen und abgestützte Röhre mit einem Durchmesser von knapp 8 Metern. Mit diesen „Riesenmaulwürfen“ gingen die Arbeiten fünfmal schneller voran als vor rund 140 Jahren beim Bau des ersten Gotthardtunnels. Der erste Bohrkopf mit seinen 9,5 Metern Durchmesser steht heute im Museum.

Mit seinen Elf Milliarden Euro Kosten erfüllt der Tunnel eine umwelt- und verkehrspolitische Mission. Die Schweizer wollen den Transport von Gütern und Menschen mehr und mehr von der Straße auf die Schiene verlagern um so die Alpenlandschaft vor der Zerstörung zu bewahren.

Die Eröffnung des Tunnels war am 01.06.2016 Seitdem fahren 260 Güterzüge und 65 Passagierzüge täglich durch das Schweizer Bergmassiv.

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