Wotrubakirche

Sakrales Lego aus Beton

Die Wotrubakirche, offiziell Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit, gehört zu den radikalsten und zugleich faszinierendsten Sakralbauten Wiens. Nach den Entwürfen des Bildhauers Fritz Wotruba entstanden, setzt sich das Bauwerk aus 135 unregelmäßig angeordneten Betonblöcken zusammen. Was aus der Ferne fast roh und schwer wirkt, entfaltet vor Ort eine überraschende Klarheit: eine Architektur, die weniger gebaut als vielmehr komponiert erscheint.

Außenaufnahme der Wotrubakirche in Wien fotografiert von Thorsten Scherz

Brutalismus in seiner schönsten Form

Je nach Standpunkt verändern sich Proportionen, Linien und Spannungen. Die Wotrubakirche wirkt nicht statisch, sondern lebendig – wie eine monumentale Skulptur, eingefroren im Moment ihrer Bewegung. Gerade im winterlichen Licht treten die Strukturen des Betons und die Geometrie der Formen besonders eindrucksvoll hervor.

 

Innenaufnahme der Wotrubakirche in Wien fotografiert von Thorsten Scherz
Innenaufnahme der Wotrubakirche in Wien fotografiert von Thorsten Scherz
Innenaufnahme der Wotrubakirche in Wien fotografiert von Thorsten Scherz
Innenaufnahme der Wotrubakirche in Wien fotografiert von Thorsten Scherz

Im Innenraum der Wotrubakirche

offenbart sich eine ganz andere, unerwartet stille Dimension. Großzügige Glasflächen durchbrechen die massive Betonstruktur und lenken das Tageslicht sanft in den Raum. Helligkeit und Schatten wandern über die Flächen, lösen die Schwere des Materials auf und schaffen eine ruhige, beinahe kontemplative Atmosphäre.

Die Wirkung ist reduziert, klar und zugleich emotional. Beton wird hier nicht als kalt empfunden, sondern als Träger von Licht, Raum und Stimmung. Linien, Kanten und Durchblicke erzeugen eine visuelle Ruhe, die sich mit jedem Schritt durch den Raum verändert.

Außenaufnahme der Wotrubakirche in Wien fotografiert von Thorsten Scherz
Außenaufnahme der Wotrubakirche in Wien fotografiert von Thorsten Scherz
Außenaufnahme der Wotrubakirche in Wien fotografiert von Thorsten Scherz
Außenaufnahme Detail der Wotrubakirche in Wien fotografiert von Thorsten Scherz

Wien – Jahreswechsel 2025/26

Diese fotografische Serie entstand zum Jahreswechsel 2025/26. Im Mittelpunkt steht die besondere Stimmung dieser Tage: das gedämpfte Winterlicht, die Ruhe am Georgenberg und die fast zeitlose Präsenz des Bauwerks. Fernab von städtischer Hektik zeigt sich die Kirche als Ort der Konzentration und der stillen Wahrnehmung.

Die Arbeiten verstehen sich als Beobachtung des Moments – als eine visuelle Annäherung an Licht, Raum und Atmosphäre. Wien erscheint hier nicht festlich oder laut, sondern ruhig, klar und eindringlich.

Bevor Ihr auf zurück geht, schaut Euch doch – HIER – noch meine Architekturbilder an

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