KlosterPortraits

An vier Tagen im September 2018 traf ich auf hochrangige Personen aus den Bereichen Theater, Musik, Literatur, Geisteswissenschaft, Geschichte und Politik.
Im historischen Kloster-Ensemble von Hedersleben wurde mit einem begeisterten Publikum der Frage nachgegangen „Was bedeutet uns Europa“.

Ich hatte die Gelegenheit neben der Begleitung des Events auch 15 Portraits anzufertigen. Vielen Dank an die Agentur ESKOM PARTNER Kommunikation GmbH, dass ich dabei sein durfte und mich mit meinen Fotos für die Europäische Idee und für den unvergleichlichen Reichtum der Europäischen Kultur einsetzen konnte. Die Kulturtage waren ein voller Erfolg und ich freue mich schon auf die 2. KULTURTAGE IM KLOSTER HEDERSLEBEN

Kloster-Hedersleben Kulturtage
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Christian Nickel

REZITATION

Christian Nickel wuchs in Hamburg auf und erhielt seine Schauspielausbildung an der „Ernst-Busch-Schule“ in Berlin. Nachdem er 1997 als „Primislaus“ in Grillparzers „Libussa“ in der Inszenierung von Peter Stein bei den Salzburger Festspielen debütiert hatte, wurden Schauspiel Frankfurt, Residenztheater München und Burgtheater Wien wichtige Stationen. Einem breiten Publikum bekannt wurde er durch seine Darstellung des „Faust“ in der legendären Inszenierung von Peter Stein. Gast- engagements folgten am Schauspiel Köln, Hamburger Schauspielhaus und Berliner Ensemble. Seit 2012 gehört er zum Ensemble des Theaters in der Josefstadt in Wien. Bei den Bad Hersfelder Festspielen wurde ihm 2016 als „John Proctor“ in Hexenjagd und 2017 als „Martin Luther“ jeweils der Große Hersfeldpreis verliehen. Christian Nickel ist Lehrbeauftragter

am Max-Reinhardt-Seminar und am MUK in Wien. Seit 2003 ist er auch als Regisseur tätig. Nach seinem Stuttgarter Debüt mit Lessings „Emilia Galotti“ konnte er Inszenierungen in Hamburg, Salzburg, Karlsruhe, Wien und Wunsiedel realisieren. Christian Nickel lebt in Wien.

 

Peter Stein

REGISSEUR

Peter Stein ist einer der bedeutendsten Schauspiel- und Opernregisseure
Europas. Er wurde 1937 in Berlin geboren und studierte Literatur­wissenschaft und Kunstgeschichte in Frankfurt und München. Seine Theaterlaufbahn begann 1964 an den Münchner Kammerspielen; seine erste Produktion, Edward Bonds „Gerettet“ im Jahr 1967, war ein unmittelbarer Erfolg. Bereits ein Jahr später wurde Stein infolge des Skandals, den seine kühne politische Interpretation von Peter Weiss’ „Viet Nam Diskurs“ auslöste, fristlos entlassen. Über Zürich kam er 1969 nach Bremen, wo er seine legendäre Inszenierung von Goethes „Torquato Tasso“ erarbeitete. 1970 ging er nach Berlin, wo er die Schaubühne am Halleschen Ufer mitbegründete. Seine Bearbeitung und Inszenierung von Aischylos’ „Orestie“ aus dem Jahr 1980 gilt als seine bedeutendste Arbeit. Ab 1985 inszenierte er als freischaffender Gastregisseur Opern- und Theaterstücke. Von 1992 bis 1997 leitete er das Schauspiel bei den Salzburger Festspielen. 2000 inszenierte Stein beide Teile von Goethes „Faust“ für die Expo in Hannover, ungekürzt in 22 Stunden. Peter Stein wurde mit vielen Auszeichnungen geehrt, darunter die Titel „Commdeur de l’ordre des Arts et des Lettres“ und „Chevalier de la Légion d’Honneur“ sowie der Orden „Pour le Mérite“. Er ist Träger des deutschen Bundesverdienstkreuzes und des Ehrenzeichens der Stadt Salzburg.

Portraits von den Kulturtagen im Kloster Hedersleben

Julija Botchkovskaia

KLAVIER

Geboren in der Ukraine. Studium am berühmten Tschaikowsky Konservatorium bei Vera Gornostaeva. In dieser Zeit spielte Julija Botchkovskaia mit verschiedenen Orchestern und gab viele Solokonzerte. Umzug in den Westen. Fortsetzung des Studiums bei Volker Banfield in Hamburg. Julija Botchkovskaia ist Preisträgerin verschiedener internationaler Klavierwettbewerbe, wie „Maria Canals“ in Barcelona und „AMSA World Piano Competition“ in Cincinnati. Konzertreisen führen in die Konzertsäle Deutschlands, Europas sowie nach Übersee, wie Japan und Südamerika. Mit Christian Nickel, Wien, ergibt sich eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit „Musik & Literatur“-Projekten. Seit 2010 regelmäßige Einladungen zu Meisterkursen für Pianisten auf Einladung des „Festival de Londrina“ sowie zu Recitals und Orchesterkonzerten. 2017 Einladung

nach China für eine Konzerttournee. Neben ihrer freien Konzerttätigkeit ist Julija Botchkovskaia an der Hochschule für Musik und Theater, Hamburg, als Professorin tätig. Seit 2007 gehört sie zu dem ausgewählten Kreis der „Steinway Artists“.

Leonid Gorokhov

VIOLONCELLO

Leonid Gorokhov studierte Violoncello am St. Petersburg Konservatorium bei Anatoli Nikitin und nahm an Meisterkursen von Daniil Shafran teil. Er ist der einzige russische Cellist, der den Grand Prix sowie den ersten Preis beim Geneva Concours (1986) gewann. 1995 verlieh ihm die European Association for Encouragement of the Arts den Cultural Achievement Prize für „außergewöhnliches Talent und herausragende künstlerische Fähigkeiten“. 1991 debütierte er als Solist mit dem Philharmonischen Orchester St. Petersburg, dirigiert von Lord Menuhin. Konzerte mit den Orchestern in Bergen, Berlin und dem Royal Philharmonic English Symphony Orchestra, dem Sinfonia Varsovia und in der Züricher Tonhalle folgten. Gorokhov ist britischer Staatsbürger. Er war Professor an der Guildhall School of Music and Drama in London. Seit 2008/09 hat er eine Professur für Violoncello an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

Simon Strauss

JOURNALIST

Der 1988 geborene Sohn des Schriftstellers und Dramatikers Botho Strauß studierte Alter­tums­wissen­schaften und Geschichte in Basel, Poitiers und Cambridge und promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer Studie über den Historiker Theodor Mommsen. Seit 2016 ist der junge Kulturhistoriker Redakteur des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und neuerdings auch Schriftsteller mit seiner gefeierten Debüterzählung „Sieben Nächte“ aus dem Jahr 2017. Simon Strauß ist Mitbegründer des „Jungen Salons“ in Berlin.

Stephen Baron Green of Hurstpierpoint

POLITIKER

Geboren 1947, ausgebildet am Lancing College und Oxford University in Politik, Philosophie und Wirtschafts­wissen­chaften erwarb Stephen K. Green 1975 seinen Master in den Politischen Wissenschaften am Massachussetts Institute of Technology. Zeitgleich mit der Ernennung zum „Life Peer“ wurde er 2010 als Handelsminister in das britische Regierungs­kabinett von David Cameron und Nick Clegg berufen. Lord Green begann seine Karriere 1970 im British Ministry of Overseas Development, wechselte dann zu McKinsey & Co Inc. und trat 1982 in die HSBC Hongkong and Shanghai Banking Corporation ein, als deren Group Chairman er 2010 in den Ruhestand ging. Er war von 2005 bis 2010 Trustee des British Museum und ist seit 2014 Vorsitzender des Board of Trustees des Natural History Museum in London. Er ist auch ordinierter Priester der Anglikanischen Kirche.

Karl-Heinz Paqué

POLITIKER

Karl-Heinz Paqué (61) ist Professor der Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Internationale Wirtschaft an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Nach Studien- und Forschungsstationen in Saarbrücken, Kiel sowie in Kanada und den USA war er 1991 bis 1996 wissenschaftlicher Direktor am Kieler Institut für Weltwirtschaft, bevor er 1996 seinen Lehrstuhl in Magdeburg übernahm. Von 2010 bis 2018 war er Dekan seiner Fakultät für Wirtschafts­wissenschaft, von 2002 bis 2006 Finanzminister des Landes Sachsen-Anhalt. Er ist Mitglied im Bundesvorstand der FDP sowie derzeit stellvertretender, ab Oktober 2018 Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Er ist auch Vizepräsident von LIBERAL INTERNATIONAL mit Sitz in London. In seinem intellektuellen Selbstverständnis bewegt sich Paqué zwischen wissenschaftlicher Analyse und politischem Handeln, aber als überzeugter Liberaler stets mit dezidiert freiheitlicher Perspektive.

Karen Stone

GENERALINTENDANTIN

Nach Ihrem Studium in London und Rom arbeitete Karen Stone von 1982 bis 1985 als Regieassistentin an den Städtischen Bühnen Freiburg. Danach war sie in gleicher Funktion an der English National Opera in London. Dort wirkte sie von 1987 bis 1990 als Spielleiterin und kam dann bis 1995 an die Bayrische Staatsoper in München, verantwortlich für die Wiederaufnahmen von Wagners „Parsifal“, Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ und Verdis „Der Troudadour“. Als Operndirektorin arbeitete Karen Stone von 1997 bis 2000 an der Oper in Köln, um dann als General­intendantin an das Theater Graz zu wechseln. 2003 wechselte
sie an die Dallas Opera. Als freiberufliche Regisseurin arbeitete sie in Los Angeles, Bogota, Bologna und Monte Carlo. Seit 2009 ist Karen Stone Generalintendantin des Theaters Magdeburg. Der Brexit hat die gebürtige Britin Karen Stone dazu veranlasst, 2017 die Deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen

Johannes Rieger

DIRIGENT

Johannes Rieger, seit 2000 Musikalischer Oberleiter, seit 2005 Musikdirektor und seit 2009 Intendant des Nordharzer Städtebundtheaters, begann nach dem Studium an der Staatlichen Hochschule für Musik in München und Meisterkursen in Salzburg und Siena seine Kapellmeistertätigkeit am Ulmer Theater, wo er 35 verschiedene Produktionen dirigierte. Gastverpflichtungen führten ihn zu Theatern und Orchestern in ganz Deutschland sowie nach Frankreich, Italien, Spanien und in die USA. Von 1996 bis 2002 war Johannes Rieger ständiger Dirigent des Ensembles für Neue Musik European Music Project und leitete zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen, u. a. für den Bayerischen Rundfunk, den NDR und SWR, für ‚wergo’ und das italienische Label ‚Symposion’. In den letzten Jahren arbeitete Rieger mit namhaften Solisten wie etwa Angela Denoke, Helen Donath, Arabella Steinbacher, Marian Lapsansky und Homero Francesch zusammen.

Horst Moeller

HISTORIKER

Geboren 1943 in Breslau. Studium der Geschichte, Philosophie und Germanistik in Göttingen und Berlin. Dort Staatsexamen, Promotion und Habilitation. Stationen des auch international hoch angesehenen Historikers: Mitarbeiter von Bundespräsident Walter Scheel in Bonn, stellvertretender Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München, Direktor des Deutschen Historischen Instituts Paris, Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin und Kommissarischer Direktor des Deutschen Historischen Instituts Warschau. Horst Möller ist Mitherausgeber der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte (seit 1992) sowie Mitherausgeber der Enzyklopädie deutscher Geschichte. Er ist Mitglied des Gründungsdirektoriums des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, Co-Vorsitzender der „Deutsch-Russischen Historikerkommission“ und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats des Deutschen Historischen Museums. Gastprofessuren führten ihn an das St. Antony’s College Oxford, an die Sorbonne in Paris und an die Fondation Nationale des Sciences Politiques. Er ist Ehrendoktor der Universitäten Bordeaux , Orléans und Sciences Po Paris.

Giovanni Vitaletti

KLAVIER

Der 1963 in Mailand geborene Giovanni Vitaletti studierte am Mailänder Conservatorio di Musica Giuseppe Verdi Klavier, Komposition, Dirigieren und historische Tasteninstrumente. Vitaletti konzertiert auf internationalen Bühnen und ist ein gern gesehener Gast in China, wo er auch für Meis- terkurse an das Konservatorium in Xi’an eingeladen wurde. Auftritte mit namhaften Symphonie Orchestern führten ihn nach Wien, Berlin, Warschau, Moskau und Melbourne wie auch in gemeinsamen Auftritten mit dem Regisseur Peter Stein und dessen Projekt FAUST FANTASIA nach Athen, Syracus und Madrid.

Alexander Graf Lambsdorff

POLITIKER

Seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages, 2014 bis 2017 Vizepräsident des Europaparlamentes. Auf das Studium in Bonn und an der Georgetown University in Washington D. C., folgte für den 1966 in Köln geborenen Sohn des Botschafters Hagen Graf Lambsdorff die Ausbildung für den diplomatischen Dienst. Nach Stationen in Berlin und Washington D. C. wurde Alexander Graf Lambsdorff 2004 in das Europaparlament gewählt. 2017 folgte die Kandidatur und Wahl in den Deutschen Bundestag. Er ist stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag und dabei zuständig für Außenpolitik.

MANFRED OSTEN

KULTURHISTORIKER

Geboren 1938 in Ludwigslust, flüchtete Manfred Osten 1952 in den Westen Deutschlands und machte sein Abitur in Bad Iburg. Danach Studium der Rechtswissenschaften, Philosophie, Musikwissenschaften und Literatur in Hamburg und München sowie internationales Recht in Luxemburg. 1969 trat Manfred Osten in den Auswärtigen Dienst ein, wo er in diplomatischen Missionen in Paris, Kamerun, Tschad, Australien und Japan tätig war. Von 1995 bis 2004 war Manfred Osten Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung. Osten publiziert vor allem kultur- wissenschaftliche und kulturhistorische Werke und ist ein exzellenter Goethe-Kenner.

REINER TISCHENDORF

KÜNSTLER

Über eine Porzellanmalereilehre in Meißen gelangte der in Roßwein/ Sachsen geborene Reiner Tischendorf 1971 nach Dresden, wo er an der Hochschule für Bildende Künste Malerei, Grafik, Wandmalerei und Restaurator studierte. Seitdem lebt Reiner Tischendorf in Dresden und wirkte dort auch bei der Restaurierung der Dresdner Frauenkirche mit. Reiner Tischendorf ist Mitglied im Sächsischen Künstlerbund, bevorzugt in seiner Malerei überschaubare Einfachheit und die Auseinandersetzung mit ethischen und philosophischen Fragen der Menschheit. Er sagt: „Ich suche nicht, ich finde nicht – die Dinge warten auf mich.“

EKKEHARD TISCHENDORF

KÜNSTLER

Der 1976 in Dresden geborene Ekkehard Tischendorf studierte Malerei und Grafik bei Arno Rink an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Heute lebt und arbeitet der viel umworbene Künstler in Wien und Dresden. In seinen bevorzugt großformatigen Bildern steht meistens der einzelne Mensch im Mittelpunkt. Er inszeniert in fast jedem Bildnis eine seltsame Fremdheit der dargestellten Personen. Die Blicke gehen stets ins Leere. Tischendorf ermöglicht seinen Figuren keinen pointierten Blickkontakt. Das Individuum Mensch ist zugleich Beobachter wie Akteur in einer permanent unterkühlten Lebenswelt um ihn herum in all ihren Facetten. Das alles ist faszinierend anzuschauen. Und: Ekkehard Tischendorf steht damit nicht allein in dieser programmatischen Tradition. Denken wir nur an die Expressionisten, die Neue Sachlichkeit und an Maler wie Max Ernst, Otto Dix, Edvard Munch und nicht zuletzt an Ludwig Kirchner.

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